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Paul Bowles

Paul Bowles (*1910 Long Island, NY, †1999 Tanger) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Komponist. Autor von vier Romanen, Short Stories, Reiseberichten, autobiografischer Prosa, Gedichten und einem umfangreichen Briefwerk. Sein Roman The Sheltering Sky (1949; dt. Himmel über der Wüste) wurde durch Bernardo Bertoluccis Verfilmung (1990) zu einem zweifachen Welterfolg – er zählt zu den Schlüsselromanen des 20. Jahrhunderts. Paul Bowles gilt als exilamerikanischer Repräsentant des Existenzialismus sowie als Bindeglied zwischen der Lost- und der Beat-Generation. Im Verlauf seines Lebens unternahm Bowles ausgedehnte Reisen durch Europa, Nordafrika, Asien, Mittel- und Südamerika. In jungen Jahren prägten ihn in Paris der Surrealismus und Gertrude Stein, in Hannover Kurt Schwitters. Auf Gertrude Steins Rat hin war der kaum 20-Jährige 1931 erstmals nach Tanger aufgebrochen; er verfiel dem Zauber der weissen Stadt an der Strasse von Gibraltar auf Anhieb. In New York, wo er 1938 die Schriftstellerin Jane Auer heiratete, arbeitete er als Rezensent und komponierte für den Broadway. 1947 wanderte er, angetrieben von einem Traum, nach Tanger aus; 1949 folgte ihm seine Frau Jane Bowles. Das Paar unterhielt einen legendären Salon, den zahlreiche illustre Persönlichkeiten frequentierten. Paul Bowles wurde zur Legende, zum »Titanen von Tanger«, dessen Bücher, um nur wenige zu nennen, Truman Capote, Tennessee Williams, Jack Kerouac, Susan Sontag und Patricia Highsmith magnetisch nach Tanger zogen. Paul Bowles’ Übersetzungen haben eine Handvoll marokkanischer Erzähler im Westen zu viel beachteten Autoren gemacht, darunter Mohamed Choukri und Mohammed Mrabet. 1959 realisierte er für die Library of Congress ein musikethnologisches Projekt und zeichnete in 250 Tonbandaufnahmen traditionelle marokkanische Musik auf. Seine Kompositionen – Orchesterwerke, Kammermusik, Lieder – wurden 1995 in New York vom Eos Ensemble unter der Leitung von Jonathan Sheffer aufgeführt und frenetisch gefeiert. Mit seinem Tod am 18. November 1999 endete in Tanger eine Ära.