Du stirbst nur zweimal
Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman

Jeremy Reeds Roman erzählt aus der Perspektive der amerikanischen Schriftstellerin Sylvia Plath von der Ehe mit Ted Hughes, die nach dem endgültigen Scheitern zu ihrem Selbstmord führt. Ob er das darf oder nicht, fragen sich gleich zu Beginn alle Involvierten, so auch Sylvia Plath:
»Woher nimmt sich Jeremy Reed eigentlich das Recht, meine Geschichte aus seiner Sicht zu erzählen? Andererseits: Werden Romane nicht geschrieben, indem man vorgibt, Charktere zu kennen, denen man nie begegnet ist?«
»Du stirbst nur zweimal« erzählt eine kaleidoskopisch aufleuchtende Sylvia Plath, zu Teilen Sylvia, zu Teilen Victoria Lucas. Unter diesem Namen war im Januar 1963, kurz vor ihrem Tod der Roman »Die Glasglocke« – ihr posthumer Welterfolg – in England erschienen.
Jeremy Reeds in tausend Scherben aufgesplittertes Lebensglas von Sylvia Plath erzählt die düstere, paranoide Welt der Hauptfigur, als sie versucht, sich von ihrer Vergangenheit zu befreien und eine neue Zukunft, die nicht mehr als eine erträgliche Gegenwart ist, zu gestalten. Anzeichen von Halluzinationen und ein klaustrophobisch anmutendes Gefühl, verfolgt zu werden ziehen ihr ununterbrochen den Boden unter den Füssen weg.
Wir cruisen mit Plath/Lucas/Reed durch den pulsierenden Underground Londons rund um den Picadilly Circus, atmen die Bohème aus jungen Strichern, Junkies und allerhand Nachtgetier in den Strip- und Burlesque Clubs Londons, fahren mit Mods durch den beginnenden Nieselmorgen dem pulsierenden Rhythmus einer neuen Zeit entgegen.
Es ist der perkussive Beat der jeremy-reed’schen Prosa, die uns durch eine Jahrhundert der Literatur, der Kunst – Anne Sexton, Theodor Roethke, Léonor Fini und einige andere –, dem Leitmotiv der existenziellen Zerrissenheit folgend, peitscht. Die Leserinnen jeder Zeit mit einem atomisierten Schlag zum Mars schiessen, darunter geht nicht. Nicht für Sylvia Plath/Vitoria Lucas, nicht für Jeremy Reed.

Jeremy Reed: Du stirbst nur zweimal
Fr. 38,00
ISBN 978-3-03762-118-9

378 Seiten, gebunden mit Lesebändchen.
Aus dem Englischen übersetzt von Pociao.